Internationale Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg - Zentrum für die kulturelle, soziale und politische Jugendbildung in Schleswig-Holstein

  • Politische Bildung

Hier ankommen! Auftaktveranstaltung

Transkulturelles Sensibilisierungstraining am Bernstorff-Gymnasium Satrup

Als langjähriger Partner in schulischen und außerschulischen Veranstaltungen kooperiert das Bernstorff-Gymnasium Satrup erneut mit der Internationalen Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg. Kurz vor Weihnachten veranstalteten die Kooperationspartner, in Form einer Auftaktveranstaltung des neu am Scheersberg angesiedelten Projektes "Hier ankommen!", ein transkulturelles Sensibilisierungstraining für SchülerInnen vom 9. bis zum 13. Jahrgang am Bernstorff-Gymnasium Satrup.

Das neu aufgelegte Projekt "Hier ankommen!" wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und setzt sich zum Ziel, die Willkommenskultur in unserem ländlichen Raum zu stärken und zu fördern. Unter der Leitung von Aaron Jessen ist der Scheersberg Ausgangspunkt für die Schulung von MultiplikatorInnen, die sich in der Arbeit mit neu Angekommenen engagieren.

Zu Beginn der Auftaktveranstaltung lobte die Schulleiterin Dr. Barbara Langlet-Ruck die freiwillige Einsatzbereitschaft der SchülerInnen. Dabei betonte Langlet-Ruck die besondere Bedeutung dessen, was auf kleinster Ebene ehrenamtlich von den SchülerInnen geleistet wird. Diese Einsatzfreude zu fördern und weiter mit gutem Beispiel voranzugehen, liege im unbedingten Interesse der Schule, so Langlet-Ruck. Die knapp 30 Teilnehmenden engagieren sich bereits seit über einem Jahr in einer Schul-AG für neu Angekommene in und um Satrup. Im Vorgespräch zusammen mit den Lehrkräften, Frank Bobzien und Nina Biakowski, sowie den, an der AG teilnehmenden SchülerInnen, kristallisierten sich Probleme und Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Umgang miteinander heraus. Zumeist betrafen diese die Kommunikation, kulturelle- und individuelle Befangenheiten, wie auch mangelndes Wissen über kulturelle Codes - selbstredend auf beiden Seiten. Diese Punkte wurden aufgegriffen und in einem Workshopangebot mit den SchülerInnen auf- und bearbeitet.

Kultursensibles Training bedeutet die Bewusstmachung von transkulturellen Gemeinsamkeiten, aber auch das Unterscheiden und für den entsprechenden Umgang zu sensibilisieren.Mit den Referenten Wulf Dallmeyer und Farid Ahmadzai wurden langjährige Experten in der transkulturellen Arbeit mit MultiplikatorInnen eingeladen. Durch kreative Methoden, die sich hinter einfachen Namen wie "Taxifahrer" oder "Der Kopierer" verstecken, konnten die Teilnehmenden einen Perspektivwechsel erleben. Es wurde spielerisch die Möglichkeit gegeben, sich eigener Vorurteile bewusst zu werden. Auf dieser Basis konnte in der anschließenden Reflexion gemeinsam ein kon-struktiver Umgang mit Missverständnissen entwickelt werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt war der gemeinsame Austausch. Hier lag der Schwerpunkt auf dem Berichten von positiven und negativen Erlebnissen sowie dem Formulieren von Erwartungen und Befürchtungen im Engagement mit neu Angekommenen. Anschließend gab es Zeit darüber im Plenum zu diskutieren. Für die SchülerInnen war es besonders spannend mit Farid Ahmadzai zu sprechen. Dieser konnte aus erster Hand von seinen Erfahrungen erzählen, da er selbst vor über 20 Jahren aus Afghanistan nach Deutschland kam, um vor Krieg in seinem Land zu fliehen. Sein besonderer Blick, das Wissen und Verständnis von kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten wurden im Feedback von den Teilnehmenden besonders hervorgehoben. Abschließend wurden im gemeinsamen Ausblick Wünsche und Themen für folgende Veranstaltungen geäußert und eine erfolgreiche Veranstaltung resümiert.

Informationen zum Projekt "Hier ankommen!" und weitere Termine

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