Internationale Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg - Zentrum für die kulturelle, soziale und politische Jugendbildung in Schleswig-Holstein

  • Politische Bildung

Holocaust-Zeitzeugenreise

Leslie Schwartz besucht den Norden

Geschichte muss bewahrt werden, um aus ihr zu lernen.

Erinnern wir uns: Es gab über 6 Millionen ermordete Juden in der Zeit des Nationalsozialismus und viele Millionen Todesopfer mehr durch das Leid des 2. Weltkrieges, Gleichschaltung, Repressionen, Folter, Hunger und Ängste, die sich heutzutage im wohlbehüteten Zuhause wohl kaum einer mehr vorstellen kann. Vergleichbares? Finden wir nicht.

Wenn sich jemand durch die Aufforderung "Erinnern wir uns" dazu verleitet fühlt, tatsächlich im Gedächtnis zu kramen, dann greifen die meisten von uns wohl auf das in der Schule vermittelte Wissen zurück.

Die meisten von uns sind Kinder und Kindeskinder der Nachkriegsgeneration. Wir lesen in Schulbüchern und Reportagen bekannter Hochglanzmagazine, schauen Dokumentationen, sehen Hollywoodproduktionen. Doch was seit geraumer Zeit Gewissheit wird, ist, dass die bedeutsame Zeitzeugengeneration der NS-Zeit langsam stirbt. Das sind diejenigen, die den Nationalsozialismus selber miterlebt haben. Mit ihnen stirbt eine der für uns wichtigsten Quellen, da sie nicht einfach vom Papier ablesbar ist, Zahlen und harte Fakten liefert, sondern vielmehr Gefühle transportiert. Ängste, Leidenschaften, Wünsche werden durch Mimik, Gestik und spontane Anekdoten vermittelt und der größte Vorteil von Zeitzeugen: Man kann Fragen stellen, man kann nachhaken, man kann mitfühlen.

Dafür hat sich der 1946 in die USA ausgewanderte Holocaust-Überlebende Leslie Schwartz zur Verfügung gestellt. An drei aufeineinander folgenden Tagen sprach er vor hunderten von interessierten Schülerinnen und Schülern. Die Mitarbeiter des Scheersberges bereiteten Veranstaltungen an den Schleswiger Schulen A. P. Møller Skolen, Lornsenschule und dem Kieler Thor-Heyerdahl-Gymnasium vor. Eindrucksvoll erzählt Leslie Schwartz seine Geschichte, wie er die Konzentrations- und Arbeitslager in Auschwitz-Birkenau und Dachau überlebte.
Eingeführt wurden die Veranstaltungen jeweils mit dem Dokumentarfilm des Bayerischen Rundfunks "Der Mühldorfer Todeszug - Begegnungen gegen das Vergessen" (2012).

Die Flensborg Avis berichtete heute zu der Veranstaltung am dänischen Gymnasium in Schleswig. Wer der dänischen Sprache mächtig ist, wird hier auf sein Kosten kommen.

 

 

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