Internationale Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg - Zentrum für die kulturelle, soziale und politische Jugendbildung in Schleswig-Holstein

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Dezember 2017 Planspiel: Festung Europa?

Tandemprojekt: Asyl- und Flüchtlingspolitik in der EU

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat uns während des Planspiels besucht und über diese Veranstaltung und das Projekt "Hier ankommen!" berichtet. Klicke hier

Unser Kooperationspartner "Der Landesbeauftragte für politische Bildung in Schleswig-Holstein hat ebenfalls darüber berichtet. Klicke hier


Der Seminarkurs der Lornsenschule befasste sich bereits seit dem 1. Schulhalbjahr 2017/18 mit dem Thema Asyl- und Flüchtlingspolitik der Europäischen Union. Das Planspiel auf dem Scheersberg vom 18. auf den 19. Dezember 2017 war der abschließende inhaltliche Höhepunkt des Seminarkurses. Ziel des Planspiels waren einerseits die politische Bildung mit Blick auf die Gesetzgebungsverfahren der EU im speziellen bezogen auf die Asyl- und Migrationspolitik und andererseits die transkulturelle Sensibilisierung durch den Kontakt und Austausch mit „einheimischen“ und jenen, die einen Flucht- oder Migrationshintergrund besitzen. 

Zur Umsetzung und inhaltlichen Begleitung wurde mit dem Landesbeauftragten für politische Bildung in Schleswig-Holstein und der Europa Union Schleswig-Holstein e.V. kooperiert. Ferner wurde durch Prof. Dr. Roos von der Universität Flensburg ein Impulsvortrag für die Teilnehmenden organisiert und zum Ende des zweitägigen Planspiels Herr Schmidt, der Beauftragte für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen in Schleswig-Holstein eingeladen, um mit den Schüler_innen ins Gespräch zu kommen. 

Ablauf

Zur Durchführung des Planspiels suchten sich die 16 Schüler_innen des Seminarkurses mindestens eine_n Tandempartner_in mit Flucht- oder Migrationshintergrund. Dieses Vorgehen wurde gewählt, um das Thema der Asyl- und Migrationspolitik multiperspektivisch zu bearbeiten. Die unterschiedlichen nationalen Hintergründe und kulturellen Erfahrungen waren für das Planspiel sehr fruchtbar. Die familiären Hintergründe der Teilnehmenden waren dadurch sehr heterogen;  Italien, Russland, Libanon, Polen, Großbritannien, Afghanistan, Vietnam usw. Sie brachten – wie erhofft – interessante erfahrungs- und länderspezifische Sichtweisen in die Diskussionen ein. 

Zu Beginn des Seminars lag der Fokus auf Ankommen und Kennenlernen der Gruppe. Noch vor Beginn des Planspiels hielt Prof. Roos einen Impulsvortrag; thematisch stellte Prof. Roos den Titel des Planspiels bewusst in frage. Wichtige Daten und Fakten der europäischen Asyl- und Migrationspolitik sowie ein kurzer Abriss der EU-Politik wurden thematisiert und mündeten in einer anschließenden Diskussion.

Das Planspiel begann am Nachmittag und wurde durch das Team der Europa Union Schleswig-Holstein angeleitet. Die Teilnehmenden teilten sich dazu selbst in drei unterschiedlichen Dimensionen auf; jede_r Schüler_in war 1. Abgeordnete_r eines Landes, 2. Mitglied einer Fraktion und 3. eines Ausschusses. Anhand von Rollenkarten konnten sich die Teilnehmenden in ihre Bereiche einlesen. Eine 4. Gruppe wurde vom NDR Radiojournalisten Lukas Knauer geleitet. Diese Gruppe bildete das Presseteam während des Planspiels. Die Redaktion erfasste O-Töne und erstellte so Reportagen zum Programm, die am Abend in einer gemeinsamen „Tagesschau“ im Plenum angehört wurden. 

Das Planspiel simulierte das Europäische Parlament. Folgende Fraktionen standen den Teilnehmenden zur Auswahl

  • Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten) 
  • Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament
  • Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer
  • Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa
  • Fraktion der Grünen / Freie Europäische Allianz

Die Sitzordnung wurde - ähnlich der des Deutschen Bundestags - entsprechend der politischen Ausrichtung angeordnet. Außerdem waren die Schüler_innen Mitglied in einem von drei Ausschüssen und wurden durch die Rollenkarten zu quasi Experten auf dem Gebiet. Folgende Ausschüsse waren vorhanden: 

  • Inneres 
  • Menschenrechte
  • Auswärtiges

Die Schüler_innen erarbeiteten innerhalb ihrer Fraktionen Positionen und konkrete Anträge im Zusammenhang mit der europäischen Asyl- und Migrationspolitik, die natürlich entsprechend der Rollenkarten eingegrenzt wurden. Die Anträge wurden dann im Plenum vorgetragen und mithilfe einer Rednerliste diskutiert wurden. Darüber hinaus wurden Anträge in den Ausschüssen diskutiert und überarbeitet. Diese Spielphasen erstreckten sich über unterschiedlich lange Zeiträume. Wobei die Phasen innerhalb der Fraktionen und Ausschüsse zeitlichen Vorgaben folgten und die gemeinsame Lesung der Anträge im Plenum flexibel gehandhabt wurde. Ziel des Planspiels war es, Anträge zu erarbeiten, die die Positionen der einzelnen Fraktionen mit Blick auf die Asyl- und Migrationspolitik vertreten. Durch Diskussionen und Verhandlungen innerhalb der drei Dimensionen sollten die Teilnehmenden Mehrheiten für ihre Interessen (Anträge) beschaffen. Mehrere Lesungen wurden so abgehalten und Anträge neu verhandelt. Am zweiten Tag (19.12.) wurde bis nach dem Mittagessen verhandelt und zum Schluss über mehrere Anträge abgestimmt. 

Das Seminar wurde abgerundet mit dem Besuch von Stefan Schmidt, der Beauftragte für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen des Landes Schleswig-Holstein beim Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Landtages. Herr Schmidt schilderte nicht nur eindrückliche biographische Erlebnisse, sondern berichtete auch über seine Arbeit als ehrenamtlicher „Flüchtlingsbeauftragter“ und die Auswirkungen globaler Flucht- und Migrationsströme. Die Schüler_innen hatten hier die Gelegenheit ihre Rollen wieder abzulegen und ihr neues Wissen zum Teil zu prüfen und in der Diskussion mit Herrn Schmidt anzuwenden. 

Reflexion

In der Reflexion des Planspiels (im Plenum) hat sich die Methode als äußert erfolgreich und aktivierend für die Teilnehmenden herausgestellt. Ein zusätzlicher Erfolg des Planspiels stellt sich ein, wenn die Aussagen der Schüler_innen mit den politikdidaktischen Zielsetzungen aus dem „Handbuch: Planspiele in der politischen Bildung“, A. Petrik u. S. Rappenglück (Hg.), Wochenschau Verlag, Schwalbach/Ts. (2017), S. 20,  abgeglichen werden: 

[…]

Verständnis für komplexe politische Verhandlungen, Entscheidungsprozesse und Lösungsstrategien fördern; 

die Analyse von Macht- und Herrschaftsaspekten

Interessensrealisierung in Institutionen

Erkennen von Verhandlungssituationen und aktives Training einer eigenen Verhandlungsführung. So wird beispielsweise in europabezogenen Planspielen die Vorbereitung von Verhandlungen und Klärung der eigenen Interessenlage genauso „trainiert" wie die Bedeutung von Koalition im Rahmen multilateraler Verhandlungen und das Schnüren möglicher Verhandlungsepakete. 

[…]

Sie fördern kooperatives und selbstorganisiertes Lernen und erfüllen didaktische Prinzipien (u.a. Handlungs- und Teilnehmerorientierung). 

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November 2017

Transkulturelle Sensibilisierung: Vorhabenwoche: Heinrich-Andresen-Schule Sterup

Vom 20. bis 24. November durfte "Hier ankommen!" die Vorhabenwoche für zwei 7. Klassen der Heinrich-Andresen-Schule in Sterup gestalten. Die Kooperation ist u.a. deshalb zustande gekommen, weil die Schule sich im Amtsgebiet der Geltinger Bucht befindet, die "Hier ankommen!" mit fördert. 

Aaron Jessen und Atal Paiwastoon organisierten gemeinsam mit den teilnehmenden Lehrkräften und der Schulsozialarbeiterin das Programm. Im Mittelpunkt der Vorhabenwoche stand das gegenseitige Kennenlernen, Selbstreflexion, Kultursensibilität und der damit zusammenhängende wertschätzende Umgang mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten innerhalb der Klasse. 

Durch gemeinsame Übungen und anregende Methoden wurden vermeintliche Differenzen und Probleme der Klasse aufgedeckt und besprochen mit dem Ziel diese zu überwinden und stattdessen Gemeinsamkeiten zu entdecken und die Stärken des/r Einzelnen für den Klassenverband zu nutzen. 

Der Kooperationspartner "Bildungslandschaft Geltinger Bucht" hat ebenfalls darüber berichtet: http://www.bildungslandschaft-geltinger-bucht.de/news/News/vorhabenwoche-has

 

 

 

 

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Workshops: Transkulturelle Sensibilisieriung für Jugendgruppenleiter_innen

Oktober 2017

Insgesamt drei Kooperationspartner des Projektes „Hier ankommen!“ haben in den Herbstferien Jugendgruppenleiter_innen Ausbildungskurse angeboten. Der Kreisjugendring Nordfriesland e.V., der Kreisjugendring Schleswig-Flensburg e.V. und die Sportjugend Schleswig-Flensburg e.V. zählen zu diesen Partnern, die als Verband selbst zwei Mal im Jahr Jugendgruppenleiter_innen ausbilden. 

Am Ende dieser knapp einwöchigen Ausbildung steht die Zertifizierung zur/m Jugendgruppenleiter_in, die dazu berechtigt eine JuLeiCa  (Jugendgruppenleiter_in Card) zu beantragen. Die JuLeiCa ist im Norden zu einer festen Institution geworden, denn sie dient als Legitimations- und Qualifikationsnachweis für junge Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren in der Kinder- und Jugendarbeit. 

Während der ca. einwöchigen Ausbildung erfahren die Teilnehmenden mit einem Mindestalter von 16 Jahren etwas über die:

  • Aufgaben und Funktionen des Jugendleiters/der Jugendleiterin und Be­fähigung zur Leitung von Gruppen
  • Ziele, Methoden und Aufgaben der Jugendarbeit
  • Rechts- und Organisationsfragen der Jugendarbeit
  • psychologische und pädagogische Grundlagen für die Arbeit mit Kin­dern und Jugendlichen
  • Gefährdungstatbestände des Jugendalters und Fragen des Kinder- und Jugendschutzes


Weitere Themen werden optimal behandelt. Dort setzen wir an, denn Hier ankommen! hat es sich zum Ziel gesetzt interkulturelle Themen dauerhaft in die JuLeiCa-Aubsildung der nördlichen Vereine und Verbände zu integrieren. Der erste Anlauf wurde in den Herbstferien 2017 gestartet.

Die min. 3 dreistündigen Workshops setzten transkulturelle Schwerpunkte. Mit den Teilnehmenden wurde in interaktiven Methoden erarbeitet, was Kultur ist, was sogenannte Kulturstandards und damit zusammenhängende Stereotype sind und das Kulturmodell nach Horstete wurde vorgestellt. Anhand des Eisbergmodells nach T. Hall wurde der Ansatz der „Kulturellen Brille“ erläutert und die Teilnehmenden  sensibilisiert, dass es vor allem als in der Rolle  des/der Jugendgruppenleiter_in wertvoll sein kann diese gedachte „kulturelle Brille“ abzunehmen. Zum Schluss des Workshops wurde die Bedeutung von transkulturellen Kompetenzen innerhalb der Jugendarbeit erörtert und warum es wichtig sein kann, als Jugendgruppenleiter kultursensibel zu sein. 

In allen drei Workshops fanden sowohl die angewandten Methoden, als auch die erarbeiteten Inhalte sehr positives Feedback. Das positive Feedback spiegelt sich auch darin wider, dass die ausbildenden Verbände für die nächsten JuLeiCa-Kurse bereits ihr Interesse angemeldet haben. 

Auf lange Sicht betrachtet, sollen sich die transkulturellen Inhalte und Methoden innerhalb der JuLeiCa-Ausbildung verstetigen. Dazu ist für 2018 geplant, dass das Projekt „Hier ankommen!“ mit dem Landesjugendring ein Curriculum erarbeitet, welches als Handreichung den ausbildenden Verbänden zur Verfügung gestellt wird, um auch über die Projektlaufzeit hinaus zu gewährleisten, dass transkulturelle Sensibilisierung in die JuLeiCa Ausbildung einfließt. So sind die derzeitigen Workshops auch Spielraum dafür, welche Methoden und Inhalte sich besonders für Jugendgruppenleiter_innen eignen und den Bedarfen derselben gereicht werden. 

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Heroes - Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre

September 2017 Fachtag und Workshops

In Zusammenarbeit mit den Kooperationspartner_innen des Projektes "Hier ankommen!":  

  • Kreis Schleswig-Flensburg:
    - Koordinierungsstelle IAF des Kreises Schleswig-Flensburg
    - Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte
    - Kinder- und Jugendförderung
  • Jugendmigrationsdienst des Diakonischen Werkes, Kirchenkreis Schleswig-Flensburg
  • Jugendzentrum der Stadt Schleswig
  • Stadt Schleswig
  • Kreisjugendring Schleswig-Flensburg

wurde Ende September 2017 ein spannender Fachtag sowie insgesamt fünf Workshops an Schulen im Kreis Schleswig-Flensburg organisiert. 

Worum geht es bei Heroes? HEROES wurde 2007 in Berlin gegründet und ist ein Projekt für Gleichberechtigung von Strohhalm e.V., in dem sich junge Männer aus Ehrenkulturen gegen die Unterdrückung im Namen der Ehre und für die Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen und Männern engagieren.

Auf dem Fachtag wurde die Arbeitsweise von Heroes vorgestellt und es wurde die Idee präsentiert auch hier im ländlichen Raum des Kreises Schleswig-Flensburg eine Ausbildung junger Heroes anzustreben. 

Die Vorgehensweise von Heroes: In regelmäßigen Trainings setzen sich die jungen Männer mit Themen wie Ehre, Identität, Geschlechterrollen und Menschenrechten auseinander. Neben der Vermittlung von Fachwissen werden die Jungs in ihrer Wahrnehmung und Empathie sensibilisiert, in ihren Haltungen gestärkt und ihnen viel Raum für den Austausch von persönlichen Erfahrungen und Sichtweisen miteinander geboten. Am Ende ihrer Trainingsphase werden sie zu anerkannten HEROES zertifiziert und sind in der Lage, eigenständig Workshops zu geben. 

Als offizielle HEROES besuchen sie anschließend Schulklassen, Ausbildungsstätten oder Jugendeinrichtungen, wo sie Workshops für Mädchen und Jungen zum Thema Ehre leiten. Die HEROES regen die Jugendlichen anhand von Rollenspielen dazu an, mit ihnen über Ehre zu diskutieren und animieren sie gegen Unterdrückung im Namen der Ehre Stellung zu beziehen. Ziel ist es, gemeinsam mit ihnen Umstände in der Gesellschaft zu hinterfragen und den Jugendlichen alternative Sichtweisen anzubieten. 

So wurden auch die Workshops hier vor Ort gestaltet und mit einem sehr positivem Feedback sowohl von den Lehrkräften, als auch von den teilnehmenden Schüler_innen belegt. 

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Berlinfahrt

September 2017

2,5 Tage geballte historisch-politische Bildung. Auf Einladung der Flüchtlingspolitischen Sprecherin der GRÜNEN (Luise Amtsberg, MdB) konnten wir im September dieses Jahr erneut mit einer neu-zusammengestellten Gruppe in die Hauptstadt reisen. 

Für die Neuzugewanderten aus dem Amt Geltinger Bucht war es eine besondere Erfahrung mit besonderen Programmpunkten.

Zu Beginn der Berlinreise bekamen wir eine Führung durch das Notaufnahmelager Marienfelde. Eine Notaufnahmestelle für Flüchtlinge aus der DDR. Einige parallelen sahen die Teilnehmenden in der Behandlung von Flüchtlingen damals und heute. Der Besuch des Denkmals für die ermordeten Juden Europas war ebenfalls sehr eindrucksvoll und zog viele Gespräche nach sich. 

Viele unsere Teilnehmenden besuchten zum ersten Mal das Reichstagsgebäude und den Plenarsaal des Bundestag. Ein Teilnehmer machte darauf aufmerksam, dass es ein Privileg ist, dass in Deutschland der Besuch des Parlaments so selbstverständlich möglich ist. Ein weiteres Zeichen für eine lebendige Demokratie.

Sehr anschaulich durch eine gute Führung und zugleich sehr bedrückend war der Besuch des Konzentrations- und Speziallagers Sachsenhausen. Auch hier drehten sich die Gespräche noch lange nach dem Besuch der Gedenkstätte um die deutsche Vergangenheit und den gegenwärtigen Umgang der derselben innerhalb der deutschen Gesellschaft. 

Die Rückmeldung unserer Reisegruppe war mehr als positiv und äußert dankbar. Die Kontingentfahrten des Bundespresseamtes sind und bleiben eine tolle Möglichkeit auch Neuzugewanderten die Institutionen unserer Demokratie näher zu bringen und durch den Besuch von Gedenk- und Erinnerungsorten aufzuzeigen, wie gesellschaftlicher Umgang mit der Vergangenheit funktionieren kann. 

 

 

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Welcome ♥ United

Juli 2017 Scheersbergfest

Was für ein Fest! "Hier ankommen!" und die Flüchtlingshilfe Flensburg e.V. haben das Team "Welcome United" gegründet und waren mit insgesamt 30 Personen ein Teil des 83. Scheersbergfestes.

Insgesamt 1043 Teilnehmende trafen sich auf dem Scheersberg, um sich in Wettkampfform miteinander zu messen. Laufen, Springen und Werfen im sogenannten Wimpelkampf, Tauziehen, Handball, Fußball, Völkerball, Schach usw. und Abends dann Abendshows, Casino und Disco. Volles Programm von Freitag bis Sonntag. Geschlafen wurde mit allen Vereinen im eigens errichteten Zeltlager mit großer Feldküche.

Welcome United war für uns Programm, trotz der Sprachbarrieren und hier und da kleineren Konflikten fühlten wir uns wohl und willkommen. Ein unvergessliches Erlebnis und auch wenn wir als Neulinge keinen Blumentopf gewinnen konnten, wollen wir nach der ersten Eingewöhnungphase 2018 wieder dabei sein, das Fest noch bunter machen und ein Teil des Ganzen sein. Welcome United! 

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Berlinfahrt

März 2017

 

27. bis 29. März 2017

Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Dr. Sütterlin-Waack und organisiert über das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, besuchte eine Gruppe aus SchülerInnen und LehrerInnen des Bernstorff-Gymnasiums sowie Ehemalige SchülerInnen, Asyllotsen aus Satrup, Sörup, Kappeln und Neuzugwanderte aus Afghanistan, Iran, Irak, Eritrea und Syrien die Bundeshauptstadt Berlin. 

Das am Scheersberg angesiedelte Projekt "Hier ankommen!" unter Leitung von Aaron Jessen ist seit einigen Monaten unterstützend am Bernstorff-Gymnasium tätig. Die dort ansässige AG "Refugees Welcome!" engagiert sich bereits seit über einem Jahr für Neuzugewanderte in der Umgebung und kooperiert nun seit einiger Zeit mit dem Scheersberg. 

Über den Kontakt zum Projekt "Hier ankommen!" wurde die Fahrt nach Berlin organisiert. Insgesamt 50 Personen traten die gemeinsame Reise mit dem Bus nach Berlin an. Eine gemischte Gruppe aus verschiedenen Nationalitäten, Sprachen, und Alterklassen (15 bis 77 Jahre). In Berlin wurde die Reisegruppe gemeinsam untergebracht und verpflegt. 

Das Programm in Berlin hatte einen deutlichen politischen Schwerpunkt. Der Besuch des Reichstagsgebäudes markierte für viele ihren ersten Besuch und auch eine Besonderheit. Nicht nur, weil der Blick von der Reichtagskuppel bei blauem Himmel besonders schön ist, sondern weil viele das Herz der deutschen Demokratie so noch nicht wahrgenommen hatten. 

Im Auswärtigen Amt zeigten sich die SchülerInnen vielseitig interessiert. Die gegenwärtige Debatte der "Sicheren Herkunftsstaaten" war für viele Teilnehmende ein wichtiges Thema von einige anwesende Afghanen selbst direkt betroffen waren. 

Im Paul-Löbe-Haus – direkt neben an – nahm sich Dr. Sütterlin-Waack Zeit mit der Reisegruppe ins Gespräch zu kommen. Frau Sütterlin-Waack berichtete über ihre Arbeit als MdB und wurde schnell mit konkreten Problemstellungen aus dem Wahlkreis konfrontiert. Mangelnde Infrastruktur, fehlenden Integrationskurse uvm. wurden thematisiert. Die Probleme wurden erkannt und aus Ermangelung an Zeit wurde ein erneutes Treffen auf dem Scheersberg ausgemacht, um die Anliegen konkreter zu besprechen.

Neben der Stadtführung an politischen Gesichtspunkten wurde sich auch mit der deutschen Vergangenheit auseinandergesetzt. Die deutsch-deutsche Teilung wurde mit dem Besuch des ehemaligen Stasi-Gefängnisses Berlin-Hohenschönhausen thematisiert. Die Gruppe wurde aufgeteilt und von zwei Zeitzeugen, die selbst dort inhaftiert waren, durch die Gebäude geführt. Der anschließend hohe Redebedarf zeugte davon, wie eindrücklich die Führungen waren.

Insbesondere für die Neuzugewanderten war die Reise nach Berlin ein besonderes Erlebnis. In vielen Gesprächen drückten sie ihre Wertschätzung und Dank für diese Möglichkeit aus. Die besondere Konstellation der Gruppe sorgte für viele tolle Gespräche und Diskussionen. Besonders schön ist, dass diese Reise viele weitere gemeinsame Veranstaltungen nach sich ziehen soll und die Gruppe bereits eifrig am planen ist. 

 

 

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AG Study Buddies

Januar bis Juli 2017 Gallbergschule Schleswig

Sich gegenseitig und die Umgebung in Schleswig besser kennenlernen, das war das Ziel der knapp sechsmonatigen Laufzeit der AG Study Buddies.

Gemeinsam mit der Konrektorin Andrea Cooper wurde ein vielseitiges Programm gestaltet und durch das Projekt „Hier ankommen!“ mit den teilnehmenden SchülerInnen durchgeführt. Insgesamt 13 SchülerInnen nahmen an den regelmäßigen Terminen teil. Eine sehr heterogene Gruppe aus jungen einheimischen und teilnehmenden mit Flucht- oder Migrationshintergrund. 

Problemlos hätten die Zeiten auch mit Fussballspielen und musical.ly-Videos drehen verbracht werden können. Stattdessen haben wir während der ersten Termine die Zeit dafür genutzt, um uns besser kennenzulernen. Sowie die Stärken und Schwächen der Gruppenmitglieder kennenzulernen und die Vielfalt der Gruppe als Stärke zu begreifen. 

In unterschiedlichen Tandems haben wir gemeinsam gekocht und in der großen Runde gegessen. Mit den steigenden Temperaturen hat es uns auch an die frische Luft gezogen und wir haben uns gegenseitig Schleswig gezeigt, haben gemeinsam Eis gegessen und kulturelle Orte besucht. 

Über das Angebot „Klasse-Aktion“ und mit der Hilfe des Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband Schleswig-Flensburg e.V. konnten wir an einer Führung unter dem Motto „Vom Faustkeil zur Muskete“ teilnehmen; Feuer machen und Felle schneiden mit Flintsteinen, Hurengräber bestaunen und ganz zu letzt durften die SchülerInnen selbst urzeitliche Bogen und Wurfspeere auf dem Schloss Gelände und unter professioneller Anleitung ausprobieren. 

Ein weiteres Highlight war der Besuch von Maurice, der gemeinsam mit uns und unter dem Motto „Der Norden sitzt zusammen“ Stühle gebaut hat. Am Ende hatte alle Jungs und Mädchen ihren eigenen Stuhl gebaut. Bei schönstem Wetter wurde gesägt, geschliffen und geschraubt. Ein schönes Bild ergab die Feedbackrunde am Ende, bei der alle auf ihren eigenen Stühlen saßen. 

So schnell kann ein Schulhalbjahr vorbei ziehen. 

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mit Shazia Noor Chaudhry

Workshop und Vortrag "Stellung der Frau im Islam"

Am Mittwoch, 22. Februar 2017 hatten SchülerInnen des Bernstorff-Gymnasiums Satrup, AsyllotsInnen und Geflüchtete im Rahmen des Projektes "Hier ankommen!" die Chance mit Shazia Noor Chaudhry ins Gespräch zu kommen.

Im Satruper Gemeindehaus in Satrup hörten die ZuhörerInnen zunächst einen Vortrag von Frau Chaudhry über die "Stellung der Frau im Islam" und diskutierten im Nachgang zum Teil sehr kontrovers über das Gehörte.

Als deutsche Muslima konnte die Referentin viele konkrete Beispiele aus eigener Erfahrung widerspiegeln und ihre Sicht der Dinge darstellen. Ein lohnender Nachmittag, der sicherlich Fragen geklärt und einige neue Fragen aufgeworfen hat, die zur weiteren Diskussion anregen.  

Wenn Sie interessiert sind, an ähnlichen Formaten, dann wenden Sie sich gerne und unverbindlich an Aaron Jessen (verantwortlich für "Hier ankommen!! an der IBJ Scheersberg) 


Weitere Informationen zur Referentin Shazia Noor Chaudhry finden auf ihrer Webseite

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"Hier ankommen!" Transkulturelles Seminar mit der Lornsenschule Schleswig

Februar 2017

Der Projektkurs des Q2-Jahrgangs „Flucht aus der Isolation“, der Lornsenschule Schleswig verwirklicht in diesem Schuljahr selbst ausgewählte Projekte, um mit Geflüchteten in Kontakt zu kommen. Die Kleingruppen leiten Deutschkurse unterschiedlichen Alters, ermöglichen verschiedene Kinderbetreuungen, beweisen sich als Lotsen und führen sportliche Aktivitäten mit Geflüchteten durch. Um die Arbeit innerhalb des Kurses zu optimieren aber auch inhaltliche Gegebenheiten zu diskutieren, fanden sich die Seminarteilnehmer vom 1.-3.2.17 in der Jugendfreizeitstätte Neukirchen ein.
 
Organisiert und betreut wurde das Seminar von Aaron Jessen, als Verantwortlicher für das Projekt "Hier ankommen! auf dem Scheersberg. In unterschiedlichen Workshops wurden unter anderem Elemente zu Flucht und Asyl als auch zum anti-islamistischen Rassismus erarbeitet. Unterstützung erfuhren die Teilnehmer von Rico Schwibs (Aktion Zivilcourage e.V. Pirna) sowie Experten vom Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus aus dem Regionalteam in Flensburg. Die bebilderten Eindrücke zeigen die intensive Arbeit und Auseinandersetzung der Schüler mit dem Thema Flucht und Geflüchtete. Gerade in der aktuellen Flüchtlingsdebatte ein wichtiger Beitrag zur Zivilcourage und Meinungsbildung. 
 
Wenn Sie an ähnlichen Formaten für ihre Schule oder Jugendgruppen interessiert sind, dann wenden Sie sich gerne und unverbindlich an Aaron Jessen.

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Austausch in der Bildungslandschaft

Januar 2017 - Netzwerktreffen im Amt Geltinger Bucht

Anja Linder, Koordinatorin und Mitglied der Lenkungsgruppe Bildungslandschaft Geltinger Bucht lud am Mittwoch, 11. Januar 2017 zu einem Netzwerk- und Informationstreffen ein. Im Sitzungssaal der Amtsverwaltung stellten sich — nach Begrüßung des Amtsvorstehers Thomas Johannsen — einzelne MultiplikatorInnen und PartnerInnen der Bildungslandschaft Geltinger Bucht vor.

Der Scheersberg liegt mitten im Amtsgebiet und beteiligt sich aktiv am amtsweiten "Bunten Mittwoch". Filminteressierten wird ein spannendes und vielseitiges Kinoprogramm geboten. 

Darüber hinaus ist das Projekt "Hier ankommen!" Kooperationspartner des Amtes Geltinger Bucht und der Gemeinde Steinbergkirche, weshalb an diesem Abend das Projekt "Hier ankommen!" ebenfalls durch den projektverantwortlichen Aaron Jessen vorgestellt und beworben werden konnte. 

Vielen Dank für die Einladung und die anregenden Fragen und Gespräche. 

Sie sehen hier einen Auszug aus der SHZ vom 13. Januar 2017. "Bildungslandschaft" hat sich etabliert"

Anmerkung: Das Projekt wird nicht vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert, wie es im Artikel heißt, sondern mit Mitteln des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BFSFJ).