Internationale Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg - Zentrum für die kulturelle, soziale und politische Jugendbildung in Schleswig-Holstein

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Welcome United zum zweiten Mal dabei!

Juni / Juli 2018 84. Scheersbergfest mit 850 Teilnehmer_innen

Wie im letzten Jahr konnte eine Kooperation aus der Flüchtlingshilfe Flensburg, dem arabischen Kulturverein und "Hier ankommen!" das Team "Welcome United" auf dem Scheersbergfest an den Start bringen. Und dieses Jahr waren wir sogar noch mehr. Unsere Jungs und Mädels aus allen Ländern der Welt haben sich unter den anderen 800 Kids pudelwohl gefühlt. Neben den Turnieren Handball, Fußball und Völkerball stand auch allerlei Rahmenprogramm auf dem Plan. Disco, Bogenschießen, Abendshow, Hüpfburg, Human-Table-Soccer u.v.m. Ein ganzes Wochenende hielten die 30 Kids das 7-Köpfige Betreuerteam in Atem. 

Eine schöne Tradition, die fortgeführt wird und für viele ein absolutes Highlight ist. Danke an das Team vom Scheersbergfest für die Geduld mit uns.

Vielen Dank auch an die tatkräftigen Untrstützer_innen, ohne deren Hilfe es material und finanziell auch sehr eng geworden wäre: "Wir sagen MOIN" aus Flensburg, Lions Club Alexandria, Sportpiraten, Aktivitetshuset, Autokraft Flensburg, Ford Nehrkorn und die Flüchtlingshilfe Flensburg. 

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, hoffentlich mit noch mehr Teilnehmer_innen. Auch wir sind das Scheersbergfest! 

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April / Mai 2018

Interkulturelle Segeltour. Neue Horizonte

Das Feld der Teilnehmenden konnte wie erhofft mit 50% einheimischen Jugendlichen und 50% Jugendlichen aus Fremdkulturen besetzt werden. Die insgesamt 14 Jugendlichen sind ausschließlich männlich und im Alter zwischen 13 und 26 Jahren. Alle Teilnehmenden kommen aus dem Kreisgebiet Schleswig-Flensburg. 
Neben den Jugendlichen Teilnehmenden waren als Aufsichtspersonen und Organisatoren D. Flüh, U. Bessey-Scheel und Aaron Jessen mit an Bord. Verantwortlich für das Schiff waren der Kapitän S. Lüneburg sowie zwei weitere Crewmitglieder. Insgesamt befanden sich 20 Personen an Bord. 

Das Segeln

Die Tour startete pünktlich um 10:00 Uhr im Hafen von Husum. Die Wetterlage ließ es zu, dass das Schiff nach einer ersten Begrüßung und Namensrunde, dem Verstauen des Gepäcks sowie einer Begehung des Schiffs, auslaufen konnte. Die Teilnehmenden teilten sich selbstständig auf die unterschiedlichen großen Kajüten auf und teilten die Schichten zur Vorbereitung der Mahlzeiten selbstständig ein. 

Noch in Hafengewässern erfolgte eine Sicherheitsbelehrung durch die Crewmitglieder. Danach folgte eine Einweisung und Begriffsklärung an den verschiedenen Segeln des Schiffes. Die Teilnehmenden arbeiteten häufig in 2er oder 3er Gruppen zusammen und setzten die Segelkommandos des Kapitäns um. So waren nach kurzer Zeit verschiedene Handgriffe und Kommandos klar, so dass nach dem Verlassen des Hafens die Segel gesetzt werden konnten. Grundsätzlich und glücklicherweise nahm das Segeln viel Zeit und Raum in Anspruch und die Teilnehmenden wurden über die Zeit immer sicherer und routinierter im Umgang mit den Segeln. Am ersten Tag segelten wir im nordfriesischen Wattenmeer und warfen Abends den Anker auf See. Am Sonntag, dem sonnigsten Tag der Reise, nahmen wir Kurs auf die Insel Pellworm. Dort machten legten im Hafen an und hatten Zeit die Insel zu erkunden, zu duschen und einzukaufen. In den frühen Morgenstunden des dritten Tages gab es einen Wetterumschwung, es gewitterte und stürmte so stark, dass wir erst am Mittag mit dem Hochwasser aus dem Hafen Pellworm auslaufen konnten. Das Wetter klarte glücklicherweise auf, so dass wir erneut im Wattenmeer den Anker werfen konnten und die letzte Nacht erneut auf See verbrachten. Am Dienstag erreichten wir den Hafen rechtzeitig und konnten das Schiff nach dem gemeinsamen Aufräumen und Reinigen vollzählig und wohlbehalten verlassen. 

Tagesablauf und inhaltliches Arbeiten

Für die Mahlzeiten wurde im Vorfeld eingekauft und die Teilnehmenden organisierten die Mahlzeiten selbstständig. Das Frühstück wurde gemeinsam in der Messe eingenommen und der Kapitän gab anschließend einen Ausblick für den Tag mithilfe einer Seekarte. Ob und wie wir uns fortbewegen konnten, hing von der Wind- und Wetterlage sowie den Gezeiten ab. So gab es zwischendurch die Möglichkeit das inhaltliche Programm durchzuführen.

Übergeordnetes Ziel der Segeltour war die interkulturelle Sensibilisierung der Teilnehmenden. Im Allgemeinen versteht man darunter: 

"Cultural awareness (Dt.: interkulturelle Sensibilisierung) ist das internalisierte Verständnis dafür, dass die allgemeine Einstellung einer Kultur einen starken Einfluss auf die Werte, das Verhalten, die Ansichten und den Glauben eines Individuums hat. Für die Interaktion und Kommunikation mit Angehörigen fremder Kulturen wird somit die Akzeptanz kultureller Einflüsse vorausgesetzt. Sensibilisierung für eine fremde Kultur bedeutet z. B. andere Verhaltensweisen zu deuten und zu verstehen und Sicherheit im Umgang mit fremdkulturellen Partnern zu erlangen.“ via www.ikud.de/glossar/cultural-awareness-interkulturelle-sensibilisierung.html abgerufen a, 16. Mai 2018. 

Die Gruppe ergaben nicht nur durch die unterschiedliche Altersstruktur eine spannende Konstellation, sondern auch durch ihre verschiedenen kulturellen und sozialen Hintergründe. Diese wurden zu Beginn deutlich durch eine intensive Kennlernrunde. Die Übung „Die Geschichte meines Namens“ offenbarte die unterschiedlichen Hintergründe der einzelnen Personen für den Rest der Gruppe. Die daran anschließende Frage „Warum bin ich hier?“, die wir im Plenum besprachen, schaffte die Ausgangsbasis für weitere gemeinsame Diskussionen. 

Der darauffolgende Tag widmete sich der Frage „Was ist Kultur?“. In Kleingruppen diskutierten die Teilnehmenden ausgewählte Fragestellungen z.B. „Glaubst du, dass du durch dein Engagement die Gesellschaft mitgehalten kannst?“, „Braucht der Mensch Religion?“, „Ist Gott eine Frau?“ oder auch „Glaubst du an die große Liebe?“ u.v.m.  In den Gesprächsrunden ergaben sich ganz unterschiedliche Meinungsbilder, die erklärt werden mussten, wenn es gewollt wurde. In der Reflexion der Übung wurde deutlich, wie Sozialisation, Religion und andere kulturelle Einflüsse die eigene Persönlichkeit prägen. Diese Übung und die darin entstandenen Diskussionen waren im Laufe der Segeltour immer wieder ein Thema. 

Um kulturelle Unterschiede für die Teilnehmenden greifbarer dazustellen wurden die in der Kulturwissenschaft anerkannten kulturellen Dimensionen nach Geert Hofstede besprochen und erneut in Kleingruppen diskutiert. Dabei lag der Fokus auf kulturellen Verhaltensmustern. Die Teilnehmenden mussten sich selbstreflexiv einordnen und konnten dadurch eigene Verhaltensmuster identifizieren. 

Zum Thema „Was sind meine Werte“ wurde den Teilnehmenden im Plenum eine Kurzgeschichte sowie eine daran anschließende Fragestellung präsentiert. Die Teilnehmenden bekamen die Aufgabe das Handeln der Personen zu bewerten. Zunächst jeder für sich und dann in der Kleingruppe. Die Ergebnisse der jeweiligen Kleingruppe wurden anschließend dem Plenum präsentiert. Die abstrakte Diskussion um persönliche Werte, wurde in der Reflexion an die Gruppensituation an Bord des Schiffes gespiegelt. Anschließend an diese Übung wurde ein großes Zwischenfeedback mit allen Teilnehmenden durchgeführt. Vor dem Hintergrund der „Werte-Diskussion“ kamen hier noch mal Appelle an die Gruppe sowie Erwartungen, Wünsche und Befürchtungen zum Vorschein. Die Teilnehmenden ergriffen hier die Chance ihnen wichtige Anliegen zu äußern, um den Rest der Segeltour möglichst angenehm und schön für alle anwesenden zu gestalten.
 
Für den gemeinsamen Abschluss wurde die Methode Flaschenpost gewählt. Durch diese Übung sollten die Teilnehmenden die Möglichkeit bekommen „anderen“ von der Segeltour zu erzählen und so die letzten Tage Revue passieren lassen. Zu unserer positiven Überraschung nutzten viele Teilnehmende diese Phase sehr ausführlich und beanspruchten deutlich mehr Zeit, um ihre Gedanken niederzuschreiben, als eigentlich vorgesehen war. Viele erzählten von der Zeit und ihren Erfahrungen auf dem Schiff, sie nutzten diese Gelegenheit auch, um von ihrer Fluchterfahrung zu berichten oder von ihrer Zeit in Deutschland. Die Briefe wurden wasserfest auf die Reise geschicht. Ein Teilnehmer hat bereits eine Antwort erhalten. 

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März 2018

Workshop: Aufeinander zugehen. Gegen Ausgrenzung und Diskriminierung auf dem Scheersbergfest

Der Workshop setzte für die Teilnehmende unterschiedliche Impulse und Denkanstöße. Begonnen wurde mit der Übung „Power Flower“ in der die Teilnehmenden des Workshops sich reflexivgesellschaftlich positionieren sollten. Unterschiedliche identitätsstiftende Kategorien wurden denTeilnehmenden präsentiert. Innerhalb dieser Kategorien sollten sie sich individuell einordnen.Anschließend wurden die Ergebnisse im Plenum besprochen. Es wurde herausgestellt, dass sich die Kategorien auch in privilegiert und nicht privilegiert vornehmen lassen. In der Gruppen abfrage stellte sich heraus, dass sich das Feld der Teilnehmenden in der überwiegenden Zahl als„privilegiert“ darstellen lässt. Es wurde erörtert, dass damit auch eine Machposition einhergehen kann. Diese Macht kann positiv eingesetzt werden zum Wohle von Personen die weniger privilegiert in unserem Umfeld leben. Mit Blick auf das Scheersbergfest können dies vor allem Teilnehmende sein, die aus unterschiedlichen Gründen weniger, schlechter oder gar nicht an den angebotenen Rahmen partizipieren können (Menschen mit Behinderungen, aus anderenKulturkreisen usw.)

In einer zweiten Übung sollte Ausgrenzung und Diskriminierung an einem konkreten Beispiel verdeutlicht werden. Folgende Fragen wurden hinterher zu der Übung aufgeworfen: Warum und weshalb waren die Aussagen rassistisch? Hätten die umstehenden Personen eingreifen müssen? Welche Personen waren in welcher (Macht)Position? Die Quintessenz dieser Übung war – erneut mit Blick auf das Scheersbergfest – das insbesondere die Betreuer_innen nicht „weg sehen und weg hören“ dürfen, wenn derlei Ungerechtigkeiten/Äußerungen zwischen Teilnehmenden und/oder betreuenden Personen auffällig werden.

Zum Schluss des Workshops wurde ein Bild an die Wand projiziert und kurz mit denTeilnehmenden besprochen. Es sollte als Denkanstoß dienen und die Ursache für mögliche Konflikte plakativ darstellen. Erneut der Appel, dass wir für „alle ein schönes Scheersbergfest“ nur dann ermöglichen, wenn wir uns der unterschiedlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten der Menschen bewusst werden diese fördern, stärken und punktuell auch Hilfestellungen leisten, denn Gleichberechtigung bedeutet nicht automatisch Gerechtigkeit.

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Januar / Februar 2018

Politische Bildungsfahrt nach Berlin

Der Seminarkurs "Politische Bildung" von der Lornsenschule Schleswig bearbeitete über 1 Schuljahr lang das Thema Flucht und Asyl. Die Gruppe besuchte ein Planspiel auf dem Scheersberg und beleuchtete die Asyl- und Migrationspolitik der EU, lud sich einen angehenden Kapitän ein, der von seinen Erfahrungen auf dem Mittelmeer berichtete und fuhr Ende Januar nach Berlin zu einer politischen Bildungsreise. Die Schüler_innen wollten diese Fahrt nutzen, um inhaltlich zu Diskutieren und an direkter Stelle ihre Fragen zu stellen. 

Dazu nutzen die SchülerInnen insbesondere den Besuch beim GRÜNEN Politker Omid Nouripour. Herr Nouripour besitzt neben der deutschen auch die iranische Staatsangehörigkeit. Herr Nouripour war von 2009 bis 2013 sicherheitspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Seit der Bundestagswahl 2013 ist er außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Zudem ist er ordentliches Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe sowie stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss und im Unterausschuss für Auswärtige Kulturpolitik. Ein spannendes und fesselndes Gespräch mit Fakten aus erster Hand. 

Nicht ganz so fesselnd, aber dafür sehr informativ, war das Gespräch Bundesverteidigungsministerium. Der Einsatz der Bundeswehr sowie die Ausgaben für die Parlamentesarmee waren ebenso aufschlussreich wie der Ausblick und geplante Entwicklung der Streitkräfte. Für viele Schüler_innen der erste Besuch eines Ministeriums. 

Das Thema innerdeutsche Flucht wurde unserer Gruppe durch den Verein Berliner Unterwelten e.V. näher gebracht. Flucht aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik zeigte den Schüler_innen auf, wie eng das Thema Flucht auch mit der deutsch-deutschen Geschichte verwoben ist. Den Schüler_innen wurde sehr anschaulich aufgezeigt, wie zerrissen Familien waren, welchen Gefahren und welcher Willkür Flüchtende häufig ausgesetzt sind. Im Gespräch mit Zeitzeugen wurden deutlich, wie die innerdeutsche Flucht bis heute in unsere Gesellschaft hineinwirkt. 

Geplant war außerdem eine alternative Stadtführung mit dem Verein Stadtsichten e.V. / querstadtein. Ein junger Geflüchteter sollte uns "sein" Berlin, "seinen" Kiez zeigen. Leider ist dieser Punkt ausgefallen. Etwas zum Lachen gab es im Kabarett-Theater Distel. Ein Kabarett für politische Satire. Sehr unterhaltsam und absolut zu empfehlen. Unser letzter großer Punkt war der Besuch des ZDF Morgenmagazins im Berliner Hauptstadtstudio. Interessante Einblicke wurden uns gewährt. Es ist erstaunlich, wie Ressourcen für eine TV-Produktion gebraucht werden. 

Die An- und Abreise lief reibungslos. Es war eine aufregende und spannende Bildungsfahrt in die Hauptstadt, welcher für viele gleichzeitig ihren allerersten Besuch in Berlin darstellte. 

 

 

 

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    April 2018

    Workshops zur interkulturellen Sensibilisierung für JugendgruppenleiterInnen