Integration und Ausbildung

Das Projekt Integration und Ausbildung unterstützt regionale Firmen bei der Aufnahme von neuzugewanderten Migrant:innen in den heimischen Betrieben. Wir bieten Hilfestellung und Beratung bei Fragen rund um die Aufnahme und den Umgang von und mit Migrant:innen in die Ausbildung an.

Transkulturelle Seminare für Mitarbeiter:innen und Führungspersonal finden sowohl vor Ort im Betrieb als auch in Online-Seminaren statt. Für Auszubildende bieten wir ebenfalls Wochenendseminare auf dem Scheersberg an. In diesen Seminaren setzen sich die Auszubildenden mit ihrer eigenen Kultur auseinander, lernen andere Kulturen besser kennen und werden mit Hilfe von unterschiedlichen Methoden für ein Miteinander befähigt. Bestehende und mögliche Konflikte, Vorurteile und Missverständnisse sollen dadurch minimiert werden.

Häufig gestellte Fragen

Durch welche Maßnahmen sollen die Ziele erreicht werden?
  • Im ersten Schritt bieten wir niedrigschwellige transkulturelle Seminare vor Ort in den Betrieben an. Diese Seminare orientieren sich an den Inhalten der transkulturellen Fortbildungen für Jugendgruppenleiter:innen – hierzu hat die IBJ Scheersberg gemeinsam mit dem Landesjugendring Schleswig-Holstein eine Arbeitshilfe entwickelt. Inhaltlich werden die Mitarbeiter:innen auf unterschiedliche kulturelle Hintergründe vorbereitet. Ihnen werden Methoden vermittelt, wie sie daraus entstehende Konflikte bearbeiten können. Dazu kommen Grundlagen der Selbstreflexion und Übungen zum Einnehmen von anderen Standpunkten. So werden die Teilnehmenden für Vielfaltsthemen und Diversität sensibilisiert. 
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Im zweiten Schritt stehen wir leitenden Mitarbeiter:innen mit Beratungsgesprächen zur Seite. Denn neben dem Verwaltungsaufwand eines normalen Auszubildendenverhältnisses müssen bei Auszubildenden mit Fluchterfahrung auch Herausforderungen bezüglich des Aufenthaltsstatus geklärt werden. Oft scheitern Kleinstbetriebe an den komplizierten Richtlinien und den häufigen Änderungen, die diese erfahren. Hier werden sie von den Projektmitarbeiter:innen und den zuständigen Kolleg:innen der Kooperationspartner im Einzelgespräch beraten.
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Im dritten Schritt arbeiten wir mit Auszubildenden in transkulturellen Seminaren auf dem Scheersberg zusammen. Junge Menschen mit Fluchthintergrund befinden sich oft in schweren Lebenssituationen. Auf der einen Seite müssen sie sich in einem für sie fremden Land mit einer fremden Sprache zurechtfinden, zum anderen müssen sie mit den traumatischen Erlebnissen der Flucht oder Auswanderung zurechtkommen. Auf ihnen lastet auch die Verantwortung, für die Familie im Heimatland sorgen zu müssen. In diesem Spannungsfeld werden sie teilweise auch von Ausgrenzung und Unverständnis aus der Mehrheitsgesellschaft konfrontiert.
Welche Schwerpunkte haben die transkulturellen Seminare?

Die auf dem Scheersberg stattfindenden transkulturellen Seminare haben zwei Schwerpunkte im Fokus: Die Auszubildenden werden auf ihre Rolle während der Ausbildung vorbereitet, erlernen konkrete Strukturen und Prozesse des demokratischen Miteinanders in Deutschland. In verschiedenen Übungen werden ihnen die unterschiedlichen Kategorien des gesellschaftlichen Miteinanders und der gemeinsamen Arbeit im Betrieb vermittelt.

Gleichzeitig erhalten die Auszubildenden einen Raum sich einem Raum, sich über ihre jeweilige Lebens- und Arbeitssituation auszutauschen und werden bei Bedarf bei konkreten Fragen beraten. Durch das gemeinsame Handeln im mehrtägigen Seminar werden die jungen Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt und dazu motiviert, eine eigene Haltung zu entwickeln, Perspektiven anderer zu übernehmen und selbstverantwortlich zu handeln.

Weitere Ziele der Fortbildungen sind, dass die jungen Menschen mit Zuwanderungshintergrund ein Verständnis für die demokratische Struktur des Zusammenlebens in Deutschland entwickeln. Und Auszubildende ohne Migrationsgeschichte sollen im besten Falle den Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen lernen. Für ein gelingendes Miteinander braucht es von allen Seiten Empathie und Toleranz, Kommunikationsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Lernbereitschaft und eine optimistische Grundhaltung.

Die Erweiterung der interkulturellen Kompetenz von Ausbilder:innen, Mitarbeiter:innen und Auszubildenden in handwerklichen Betrieben im ländlichen Raum soll mit diesem Projekt erreicht werden. Denn lange Zeit wurde diese spezielle Kompetenz wenig bis gar nicht beachtet. Je weniger Konfliktherde bestehen, umso höher ist die Produktivität in international besetzten Arbeitsgruppen.

Welche gesellschaftlichen Ziele sollen mit dem Projekt erreicht werden?

Mit diesem Projekt werden zwei wichtige gesellschaftliche Ziele gleichzeitig erreicht: Einerseits kann der Fachkräftemangel durch mehr Ausbildung reduziert werden, andererseits ist eine geflüchtete Person, die in einem einheimischen Betrieb arbeitet, der beste Weg, um Vielfalt sichtbar und erfahrbar zu machen. Das kann aber nur gelingen, wenn diese Vielfalt nicht zu Missverständnissen und Verwerfungen führt.

Für die Auszubildenden ist es ebenfalls von Vorteil, wenn sie eine Ausbildung jenseits von verwandtschaftlichen oder landsmännischen Strukturen absolvieren können. Somit erfahren sie mehr über die hiesige Kultur und erweitern ihre Sprachkenntnisse im Ankunftsland.

Somit erreicht das Projekt eine höhere Sichtbarkeit von positiv wahrgenommener Vielfalt und erleichtert die Integrationsprozesse bei jungen, neu zugewanderten Menschen.

Entdecken Sie weitere Angebote

Sie interessieren sich für ein noch breiteres Programm an Kursen oder andere Räumlichkeiten für Ihre Veranstaltung? Besuchen Sie unsere Partner-Bildungsstätten: Das Akademiezentrum Sankelmark und die Nordsee Akademie gehören wie die Internationale Bildungsstätte Scheersberg zum Deutschen Grenzverein e. V.

Blick vom See auf das Akademiezentrum Sankelmark.
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