Internationale Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg: Zentrum für die kulturelle, soziale und politische Jugendbildung in Schleswig-Holstein

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Wir nehmen Abschied

Horst Röper gab dem Scheersberg nachhaltige Impulse

STEINBERGKIRCHE Im Alter von 81 Jahren ist Horst Röper, ehemaliger Direktor der Internationalen Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg, in einem Flensburger Krankenhaus gestorben. Seine einstigen Weggefährten wie Ex-Studiendirektor Ulrich Ehlers haben die Todesnachricht mit Trauer und Bestürzung vernommen. Röper, der aus dem mecklenburgischen Grevesmühlen stammt, kam als Diplom-Volkswirt 1967 auf den „Berg“, wo er in Diensten des Deutschen Grenzvereins die Nachfolge des Urgesteins Peter Brunkert antrat. Dieser hatte zuvor sieben Jahre lang die Einrichtung geleitet und die frühere Scheersberger Jugendherberge in eine namhafte Begegnungsstätte für jung und alt verwandelt.

Horst Röper setzte diese Arbeit nicht nur im gewohnten Stil fort, sondern drückte der Bildungsstätte einen unverwechselbaren Stempel auf – und das in einer Langzeit von 34 Jahren. Zu dieser Erfolgsgeschichte zählt als Schwerpunkt die Einführung des Prinzips der kulturellen, sozialen und politischen Werkstattarbeit für Kinder und Jugendliche. Sie konnten hier ihre Kreativität und ihre Talente in Projekten entfalten. Röper legte damit den Grundstein für eine nachhaltige Lern-Methode, die bis heute auf dem Scheersberg praktiziert wird.

Ein tiefer Einschnitt in seinem privaten Leben war 2007 der Tod seiner Ehefrau Ursula Röper, die als CDU-Landtagsabgeordnete eine politische Laufbahn eingeschlagen hatte. Der Ehe entstammen zwei Kinder.

Der Verstorbene galt als ein glühender Verfechter der europäischen Idee. Er knüpfte Kontakte zu vielen Ländern, besonders zu denen, die hinter dem damaligen Eisernen Vorhang lagen. Der Jugendhof wurde unter Röpers Ägide zu einem internationalen Treffpunkt für Künstler, Musiker und Theatergruppen. Auch wenn das Coronavirus in diesem Jahr zu einer Zwangspause führt, die Deutsch-Skandinavische Musikwoche ist und bleibt ein kulturelles Highlight auf dem Berg – sozusagen mit Copyright von Horst Röper.

Noch im fortgeschrittenen Alter erlernte Röper die polnische Sprache. Er gründete die Deutsch-Polnische Gesellschaft der Region Schleswig (Sitz in Flensburg) und war jahrelang deren Vorsitzender. Ob in Stolp oder Danzig – die Polen würdigten sein großes Engagement zur Aussöhnung und Partnerschaft mit Auszeichnungen und hohen Orden. Als Mitbegründer und Mitglied nahm er ab 1997 am Wirken des Scheersberger Fördervereins teil und leistete seinen Beitrag dafür, dass mit Spendengeldern junge Instrumentalisten aus dem Baltikum und Polen Stipendien für die Teilnahme an der Musikwoche erhielten. Fazit: Horst Röper hat Spuren hinterlassen und Strukturen geschaffen, die den Scheersberg zur Blüte führten.  Hans-Joachim Köhler

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Foto: Horst Röper (beim letztjährigen Treffen der Mitglieder des Fördervereins Scheersberg). FOTO: KÖHLER

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